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Bibliothekarische Stimmen. Independent, täglich.

Hundert Stimmen — und wie weiter?

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Nein, dies ist kein Jubiläumsbeitrag. Obwohl  es  (beinahe) gepasst hätte, denn im März ist die 100. „Stimme“ erschienen. Als tägliche Kolumne sollten die „Stimmen“ den deutschsprachigen bibliothekarischen Blog-Aggregator „Plan3t“ bekannter, insbesondere aber das bibliothekarische Bloggen als solches zugänglicher machen.

Immerhin haben sich 12 Autorinnen und 14 Autoren an diesem Projekt beteiligt. Die Stimmen erzeugten regelmäßig viel, oft positives, Feedback. Ich bezweifle allerdings, daß die „Stimmen“ über die Grenze der Community webaffiner BibliothekarInnen hinaus eine nennenswerte Ausstrahlung hatten.

Karsten Schuldt schrieb seine letzten „Stimme“ darüber, daß nicht regelmäßig genug geschrieben wurde, um eine tägliche Kolumne zu füllen — und er wies noch einmal darauf hin, wie gut es wäre, wenn so etwas klappt. Sein Hauptargument: Wir brauchen den direkten Austausch unter PraktikerInnen! Auch kritisiert Karsten die mangelnde Transparenz des ganzen Projekts.

Daher will ich nun ein Fünf-Punkte-Programm für einen neuen Anlauf vorschlagen:

  1. Jede MitautorIn baut sich einen regelmässigen (4-wöchig) Termin in einem öffentlichen Google-Kalender.
  2. Artikel sind maximal 2.000 Zeichen lang (dieser Artikel hier, zum Beispiel, hätte mit ca. 1.600 eine passende Länge).
  3. Das Artikelbild ist kein „Muss“ mehr.
  4. Wie wäre ein neuer Name, um den Neustart zu markieren? Etwa Biblio-Miszellen, MiniBib…?
  5. Neue Funktion des Bilderkarusells auf der Plan3t-Startseite: Wie wäre es mit täglich einem neuen Artikel aus der großen weiten Biblioblogosphäre, vorzugsweise mit interessantem Text und Bild. (Es darf auch eine „Stimme“ sein.)

Die oben genannten Punkte sind Vorschläge, nicht mehr. Versuchen wir es doch mit direkter Kommunikation und Partizipation: Wir machen um Ostern herum einfach eine kleine Videokonferenz per Google Hangout! Bitte tragt euch im Doodle ein, wenn ihr schon mal eine „Stimme“ geschrieben habt oder euch vorstellen könnt, mal eine zu schreiben. Wenn es mehr als zehn Interessierte gibt machen wir einfach mehrere Hangouts.

Bild: Duncan Hull, Question Everything, Lizenz CC BY-SA-NC

Autor: Lambert Heller

Bibliothekar. Interessiert sich für (wissenschaftliche) Kommunikation im Netz, Open Access, Open Knowledge Production, Literaturverwaltung und Bibliothek 2.0. Mehr über mich.

14 Kommentare

  1. Okay, kurz vor dem Mittag, aber ich versuche mal meine Meinung kurz zu fassen:

    (1) Ich muss sagen, dass mir Zeichenbegrenzungen bei Webprojekten mehr als künstlich vorkommen. Der grosse Vorteil des Blogens ist ja, dass ich Texte so kurz oder lang (und mit so vielen anderen Medien verbunden, wie ich es als nötig erachte) machen kann, wie ich gerade will (und ja, ich bin einer von denen, die lieber immer lange Texte machen – ich weiss). Mehr darauf hinweisen, dass es möglich ist, kurze Texte, auch nur Verweise zu anderen Texten zu schreiben, finde ich okay. Weder Länge noch Kürze eines Textes sind ein Qualitätskriterium. Ansonsten bin ich gegen künstliche Grenzen.

    (2) Ansonsten müssen wir vielleicht etwas anderes beachten: Einige Kommentierende wiesen ja darauf hin, dass sie lieber spontan etwas veröffentlichen wollen, wenn ihnen halt gerade etwas vor die Füsse fällt. Vorplanen oder auf einen Termin hin zu schreiben liegt ihnen nicht. Das sollte man ernst nehmen und eine spontane Möglichkeit schaffen. Ein Kalender (zumal…. Google?) ist die Lösung nicht, zumindest nicht ohne bessere Klärung: Wer darf sich eintragen? Wer nicht? Mit welchem Vorlauf? Wie verbindlich? Was passiert, wenn man sich mal nicht dran hält? Und so weiter.

    (3) Zudem muss viel sichtbarer werden, wie jemand etwas (auch spontan) zu den Stimmen beitragen kann: Wer ist „berechtigt“, wie und wo kann das gemacht werden, gibt es vielleicht mehrere Wege der Einreichung? Rauf damit auf die Frontpage, ruhig dick und bunt blinkend. Das mag vielleicht einen Inkubator und Menschen, die den bedienen (also Stimmen oder Autorinnen formal „checken“) bedeuten (und die müssen erstmal gefunden werden; zudem ist ein Widerspruch gegen die Hoffnung auf Selbstorganisation, die zum Beispiel du, Lambert, immer wieder mal stark machst, ich weiss, aber… was anderes fällt mir nicht ein). (*Bevor wieder die Idee aufkommt: Ich stehe dafür nicht zur Verfügung.)

    (4) Hingegen finde ich Artikelbilder gut, weil sie eine weiter Bedeutungsebene einfügen können. Ich habe mir da schon meistens extra Gedanken drum gemacht. Deshalb würde einfach plädieren (wenn dies technisch möglich ist), dass es ein Standardtitelbild gibt, welches immer da ist, wenn es beim Schreiben einer Stimme nicht verändert wird; ansonsten aber die Möglichkeit bestehen sollte, es auszutauschen.

  2. @Lambert
    zu 1: Einen regelmäßigen Termin fände ich auch gut, aber das ist ja genau das, was bei der Mehrzahl der Autorinnen und Autoren nicht funktioniert hat. Außerdem braucht man einen gewissen Spielraum beim Termin, wegen Urlaub o.ä.

    zu 2: Von einer Maximallänge halte ich nichts. Wenn mir eine „Stimme“ zu lang ist, lese ich sie halt nicht, aber das ist eine persönliche Entscheidung.

    zu 3: Meinetwegen, auch wenn ich das Artikelbild für eine echte Bereicherung halte.

    zu 4: Dein Vorschlag scheint sich nicht in ausreichendem Maße vom bisherigen Format zu unterscheiden, um eine Umbenennung zu rechtfertigen.

    zu 5: Wer würde dann die Posts fürs Karussel auswählen? Davon halte ich nichts.

    @Karsten
    zu (2): Ohne Kalenderplanung wird es keine tägliche „Stimme“ geben. Außerdem würde ich dann vermutlich einfach nie etwas posten.

    zu (4): Ja, gute Idee.

  3. Hallöchen,

    ich habe auch eine ganze Weile ein Mal im Monat etwas geschrieben und das Problem war, dass dann mal eine heiße Phase privat und dienstlich kam und das in Komination mit keiner spontanen Idee ohne größere Recherche hat mich dann aus dem Turnus und in eine längere Auszeit gebracht.

    Ich denke man braucht einfach einen viel größeren Pool an Autoren oder, wenn man einen der obigen Vorschläge verfeinert: könnte man nicht einfach auf einen lesenswerten Artikel hinweisen, ohne dass gleich ein neuer Text entstehen muss?

    Beste Grüße,
    Bodo,

    der Kollegen/innen kennt, die die Stimmen gerne, Biblioblogs aber wegen der Fülle ungerne gelesen haben

    • Ich schreibe momentan nur sehr unregelmäßig und spontan Blogartikel. Als Autor poste ich dann doch erstmal lieber in meinem eigenen Blog. Ich fände eine EINFACHE Möglichkeit gut, eigene und fremde Blogartikel für den Plan3t als Stimme vorzuschlagen.

      Die Möglichkeit, sich am Plan3t zu beteiligen könnte etwas deutlicher sein. Bislang steht auf ///plan3t.info/was-ist-das-hier/ nur als ein Punkt, dass man ja ein eigenes Blog anlegen könnte.

      Was mangelnde Idee für Stimmen angeht wäre eine offen einsehbare Liste mit Idee, in der jeder etwas eintragen kann, sinnvoll.

  4. Eine Meinung als „Nur“-User: das Artikelbild ermöglicht mir, nicht lange danach zu forschen, ob es etwas Neues gibt bei den Stimmen. Und ich kann gut damit leben, daß mal ein paar Tage nichts Neues kommt.

  5. Danke für euer Feedback, mir sind dadurch einige Dinge klar geworden! (Während das mit dem Hangout offenbar eher ein Plausch zwischen Edlef und mir wird, auch schön. ;-))

    Ich fasse zusammen:
    a) „Stimmen-Autor“ zu werden muß ein „Action Item“ auf der Titelseite des Aggregators werden; Vorschläge müssen dann irgendwie manuell „gefiltert“ werden.
    b) „Stimmen“ in bestimmter Form, mit bestimmter Länge, zu bestimmten (regelmäßigen) Terminen: Ja, aber nur als Vorschlag, nicht als verbindliche Vorgabe.
    c) Wir brauchen eine/n Redakteur/in – die Rolle kann zwar wechseln, aber um Punkt a) sowie das schöne Bilderkarussell bedienen zu können reicht das Hoffen auf Selbstorganisation nicht aus.

    Korrekt?

    Die radikalste Änderung ist dann m.E. nicht, daß wir die „Stimmen“ partizipativer und lockerer gestalten (das aber auch), sondern daß wir ja offenbar diese Redakteurs-Rolle brauchen.
    Wie geht das? Ein paar dumme Ideen, nur um euch zu besseren zu stimulieren:

    1. Alle Stimmen-AutorInnen sind in alphabetischer Namensreihenfolge jeweils einen Monat lang dran, das wird in einem Google Kalender o.ä. eingetragen.
    2. Jemand schreibt eine Abschlussarbeit oder Diss über „Informeller Fachdiskurs unter Mitgliedern von Informationsberufen im Web, am Beispiel einer teilnehmenden Beobachtung im Blogagreggator plan3t“ und übernimmt dafür 1-2 Monate diese Rolle.
    3. Alle „Stimmen“ erscheinen erst mit einer sechsmonatigen Verzögerung, aber dafür mit DOI; die Redaktion übernimmt De Gruyter.

    • Nur Kurz zum Hangout bzw. vielleicht Sensibilisierung für ein anderes Problem:
      Die Termine für’s Hangout liegen zeitlich schon eher in Arbeitszeiten. Wie sieht dies eigentlich aus? Mit Stimmen als Teil der Arbeit oder eber reines Privatvergnügen. Für mich wären z.B. nur 18:00-Termine überhaupt machbar, wobei ich zusätzlich zu spät kommen müsste. Wärend der Arbeit kann ich nicht für die Stimmen arbeiten. Geht es da nicht auch anderen BibliothekarInnen so?

      Meine Frage mag vielleicht etwas merkwürdig anmuten. Zur Erklärung, ich bin eigentlich fachfremd und immer wieder am entdecken, wie das ganze System Bibliothekswesen in Deutschland und der Welt so funktioniert. ;o)

  6. Melanie, danke für dein grundsätzliches Interesse an dem Hangout und insbesondere den Hinweis zur Terminfindung! Ich habe die Uhrzeiten in der bestehenden Doodle-Abfrage verändert, hoffentlich klappt’s!

  7. Wie weiter?! Habe gerade einen neuen Beitrag bei den Stimmen veröffentlicht. Damit sich andere trauen weiter zu machen! 8-) Oder auch, um den Level vielleicht nicht zu hoch zu hängen.

    Als Autor habe ich oft das Gefühl, dass als Stimmen-Beitrag etwas Besonderes herauskommen muss. Ist vielleicht gar nicht notwendig (!) und führte bei mir dazu, in der Vergangenheit eher auf einen Beitrag zu verzichten, zumal ich ja auch in meinem eigenen Blog schreiben will.

    Dazu kommt bei mir, dass ich eigentlich – wie aber wahrscheinlich bei vielen Bloggenden – mit meiner normalen beruflichen Tätigkeit, wo ich ja unter vielem anderen auch blogge, oft am eigenen Limit liege und ausgelastet bin, und das „private“ Bloggen das erste ist, was bei mir nach hinten geschoben wird.

    Daher habe ich eigentlich auch keine Zeit, mich zu sehr an Meta-Diskussionen zu beteiligen. Ich fand und finde das ganze Projekt Plan3t mit den Stimmen eine sehr gute Sache und habe aber auch gegen hier vorgeschlagene Änderungen nichts. Lediglich die Einführung eines Redakteurs, wenn dies wirklich ernst gemeint war (?), würde ich als zusätzliche Schranke empfinden, ebenso irgendwelche festen Termine, wo ich was schreiben müsste! Dann schreibe ich schneller einen eigenen Blog-Beitrag.

  8. Sorry, wir müssen nochmal doodlen: ich hatte die Termine einfach zu kurzfristig und zu dicht an Ostern dran gemacht. Daher habe ich das Doodle (immer noch der gleiche Link: http://www.doodle.com/6qmunvxk9sadn52x) um weitere Optionen ergänzt. Ich hoffe diesmal finden wir was!

    P.S. Bisher sind sechs der zehn Plätze im Hangout belegt, falls ihr mitmachen wollt entscheidet euch bitte rasch und tragt euch im Doodle ein!

  9. Ich mag Jakobs Vorschlag, dass man Stimmen auch vorschlagen kann – das gefällt sicherlich einigen mit eigenen Blogs, die sich vielleicht fragen, was man wo schreibt.

    Als eine, die in einem Gemeinschaftsblog ihre ersten Schritte gemacht hat, finde ich aber auch gut, wenn Plan3t.info ein Forum für diejenigen ist, die (noch) kein eigenes Blog haben, aber eben doch mal ihre Stimme erheben wollen. Die Aufgabe einer Redakteurin oder eines Redakteurs könnte dann durchaus auch Stimmen-Scouting umfassen. Nehmen wir mal die BibCamp-Community: Wer bloggt da? Und wer liest Blogs? Bei den Nur-LeserInnen gibt es bestimmt die eine oder den anderen, die vielleicht nur einen kleinen Schubs brauchen.

    Im Übrigen bin ich auch für das Artikelbild.

  10. Der Hangout zur Zukunft der Plan3t-Stimmen findet am Dienstag, den 17.4. um 20 Uhr statt. Um reinzukommen bitte mit eigenem Benutzerkonto bei Google+ anmelden und https://plus.google.com/117727697841502803887 aufrufen.

    Anne, Jakob, Thomas — auch euch nochmal vielen Dank für die Kommentare hier! Auch wenn ihr am Hangout nicht teilnehmen solltet berücksichtigen wir definitiv was hier gesagt worden ist.

  11. Hallo Lambert, bisschen spät (weil im Urlaub) mische ich mich auch noch kurz ein, um zu sagen, wir sollten auf jeden Fall weiter machen. Ich finde es auch nicht schlimme, wenn nicht jeden Tag eine Stimme publiziert wird. Es wird immer Konjunkturen geben, Artikelbild hin oder her.
    Stimmen-Themen vorzuschlagen ist eine schöne Idee.
    Gibt es bald eine Zusammenfassung, was beim hangout rauskam?

  12. Hallo Mareike, es wird sehr bald eine Zusammenfassung geben — wir haben einige Ideen dazu, wie’s mit den Stimmen weitergehen kann + sollte!

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