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Nichtnutzende und Auskunftsfragen

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Sie ist raus – die Studie zu Gründen der Nichtnutzung von Bibliotheken. Durchgeführt wurde sie vom Deutschen Bibliotheksverband e.V. und dem Institut für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen mit Förderung vom Bundesbeauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Karsten Schuldt hat sich genauer angeschaut, wie diese Telefonumfrage umgesetzt, welche Fragen gestellt und wie ausgewertet wurde. Und da hagelt es deutliche Kritik in seinem Blog Bibliotheken als Bildungseinrichtung. Seiner Meinung nach fehlen schon die wichtigen Fragen:

„Nicht danach, wozu Menschen Bibliotheken nutzen oder nicht nutzen könnten, nicht danach, welche Sinn sie Bibliotheken zuschreiben können, wird gefragt, sondern nach Empfindungen und Dingen, wo die soziale Erwünschtheit quasi hervorschreit.“

Apropos Empfindungen: Wenn es um Farben geht, denken die Leute im Zusammenhang mit Bibliotheken an braun. Dazu fallen mir dann wohl historische Bibliotheken mit Holzmöbeln ein (siehe Artikelbild).

Ein Blick in die Präsentation der Ergebnisse (ausführlich oder als Zusammenfassung) lohnt sich aber trotzdem. Die gute Nachricht: „schlechte Erfahrungen – wie unfreundliches oder inkompetentes Personal“ waren sehr selten Gründe für die Nichtnutzung. Na vielleicht hatten die Nicht-Mehr-Nutzenden einfach Glück, keine hohen Ansprüche an die Auskunft oder fragten lieber erst gar nicht?!

Womit wir gleich bei einer weiteren Studie sind. Die Auskunft von Bibliotheken wurde nun in einem Projekt der FH Köln getestet, die ihre Erkenntnisse in den Kölner Arbeitspapieren zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft veröffentlichten. Besonders schlecht schnitt der Bereich Chat ab, außerdem im Test: die Telefonauskunft, E-Mailauskunft und persönliche Auskünfte. 55 Prozent der Testsituationen erreichten nicht mal die Hälfte der möglichen Punkte. Ab Seite 59 kann man die Erfahrungsberichte der Tester lesen. Diese fand ich besonders spannend. Wir haben es übrigens im Studium auch gemacht: Mystery Shopping in Bibliotheken (mit ebenfalls sehr unterschiedlichen Ergebnissen). Mein Tipp für AuskunftsbibliothekarInnen: mal in eine andere Bibliothek gehen und NICHT gezielt selbst Literatur zusammen suchen, sondern die Auskunft nerven und überlegen, wie man es besser machen könnte. Dabei kann man viel lernen.

Autor: lesewolke

Bibliothekarin und Bloggerin (weitere Beiträge)

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