Plan3t.info

Bibliothekarische Stimmen. Independent, täglich.

Leicht veröffentlichen

| 5 Kommentare

Vor einiger Zeit wurde auf inetbib die Frage nach einer Veröffentlichung eines Lehrbuches gestellt, möglichst unter Beibehaltung der Entscheidungssouveränität bezüglich des Textes. Unter anderen antwortete der Verleger Ulmer und leitete seine praktikable Anleitung – Amazon Marketplace kombiniert mit Repositorium und Eigenausdruck – mit „Es ist doch ganz einfach!“ ein. Das ist lobenswert!
Mir ging beim Lesen noch das Szenario durch den Kopf: Was, wenn das jetzt kein Lehrstuhlinhaber, sondern ein Student/eine Studentin oder ein/e Absolvent/in ist? Dann dürfte sie/er doch Schwierigkeiten haben, den Text – beispielsweise ihre/seine Abschlussarbeit – auf dem Volltextserver unterzubringen. Meist benötigt man dazu die Bestätigung der Prüferin/des Prüfers.
Die Frage wäre also: Wie kann ich als Studierende/r meinen Text veröffentlichen, ohne jemand fragen zu dürfen. Nun, das Netz macht das mittlerweile ohne weiteres möglich:

  • Ein Weblog oder ein Wiki anlegen, bibliographische Daten und eventuell eine Beschreibung anfertigen, die Datei hochladen und mit dem beschreibenden Text verknüpfen – fertig ist die Laube!
  • Einen Dienst wählen, der das buchähnlich aufbereitet. Lulu.com war ursprünglich eine kostenlose Möglichkeit, ist aber mittlerweile recht komisch geworden. Im Moment wäre es isuu, welches gut aussieht und aus pdf-Dateien schöne Online-Bücher produziert. – Ähnliche Dienste findet man beispielsweise, wenn man das „Similar Site Search“ verwendet oder das entsprechende AddOn im Browser installiert hat. Beispielsweise:
  • Scribd, welches die Möglichkeit bietet, den Text entweder auf der Homepage von Scribd anzubieten als auch, ihn danach in eine Homepage, ein Weblog oder ein Wiki einzubinden.
  • Blurp lässt zwar lange suchen, ob ein freies eBook möglich ist, man sieht dann aber (recht spät, erst wenn man die Vorschau lädt) bei Büchern den Vermerk „Vorschau umfasst das ganze Buch“. Zum Beispiel hier „Let’s Go To The Library : A brief photo tour of the Boyle County Public Library“
  • und es gibt schlussendlich auch die Möglichkeit, bei einem Online-Speicher wie Dropbox die Datei abzulegen, das Verzeichnis öffentlich zu machen und den Link zu verbreiten.

Jedenfalls: Es gibt mittlerweile eine Menge einfacher und kostenloser Möglichkeiten, einen Text zu veröffentlichen! Irgendwie herrschen nur Denkverbote, diese einfachen Möglichkeiten in Tutorials und Schulungen zu verbreiten.

5 Kommentare

  1. Außerdem gibt’s noch Mendeley.

    Übrigens kann man auch als Student/-in Texte auf Subject Repositories (wenn auch nicht auf allen) unterbringen.

  2. Ich sehe eigentlich keine Schranken, einen Text auch auf dem hochschuleigenen Dokumentenserver unterzubringen. Vorteil: dauerhafte Zitierbarkeit, Bekanntmachung durch die formale Erfassung seitens der Uni-Bibliothek, Auffindbarkeit durch Suchmaschinen wie z.B. MetaGer. Zum Nachteil gereicht es allerdings, wenn keine oder wenige Metadaten, Beschreibungen, Verschlagwortungen mit eingereicht werden.

    • Schon klar, aber wohl abhängig von den Regeln des Servers. An der UB Leipzig (und sicher anderswo auch) ist für die Veröffentlichung einer studentischen Arbeit tatsächlich die Empfehlung eines Lehrstuhlinhabers notwendig.

  3. Bei einem SLO-Workshop über das Erstellen von eBooks haben wir „Pressbooks“ entdeckt und arbeiten gerade an einem Sammelband.
    2 frühere Beispiele: http://sloebooks.pressbooks.com/
    http://nonliner.pressbooks.com/

  4. Ich danke allen ganz herzlich für die Ergänzungen!
    @owl: Es ist an vielen Universitäten so, wie Jens Lazarus das feststellt.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.